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Margarine aus Kleve   - 1888 - 1988 -  Ein Werk wird 100 Jahre   
Herausgeber (verantwortlich): UNION Deutsche Lebensmittelwerke GmbH, Hamburg

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts beginnt eine Zeit des wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs: Die Industrialisierung bahnt sich auch in Deutschland ihren Weg.

Während bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Landwirtschaft, Handwerk und Kleingewerbe die meisten Menschen beschäftigen, führt jetzt die zunehmende Mechanisierung zu völlig neuen Produktionsverfahren. Es entsteht der Arbeitsplatz in der Fabrik. Diese Entwicklung setzt einen gewaltigen Schub von Investitionen in Gang. Straßen, Schienen und Fabriken werden gebaut - tausende von Arbeitsplätzen entstehen nicht nur in der Produktion, sondern auch im Umfeld der neuen Industrien.

Gleichzeitig verändern sich die Lebensgewohnheiten der Menschen - spürbar wird das auch beim Essen. Neben den klassischen Mahlzeiten tritt zusätzlich die Verpflegung am Arbeitsplatz - ob warm oder kalt. Eine große Rolle spielt hierbei die Versorgung der Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Fett. Hier aber gibt es Engpässe und Probleme. Die Butter, das klassische Fett, ist teuer und meist unerschwinglich für die Arbeitergroßfamilien. Der Brotaufstrich, den sie sich leisten können, ist Butterersatz - und hier zunehmend die Margarine. Sie ist halb so teuer wie die Butter.

Nachdem die Nachfrage nach Margarine deutlich steigt und die deutschen Produzenten den Nachfragebedarf nicht decken können, wird die Einfuhr von Margarine aus Holland immer größer. Zu groß offenbar für die deutsche Regierung, denn Bismarck belegt die holländische Margarine 1887 mit einem Schutzzoll von dreißig Prozent.

Die holländischen Fabrikanten stehen damit vor der Entscheidung: Entweder den Margarineexport nach Deutschland aufzugeben oder eben in Deutschland zu produzieren. Zwei Familien aus dem grenznah gelegenen niederländischen Oss, die Van den Berghs und die Jurgens, entschließen sich 1888, mit einem Teil ihrer Betriebe über die Grenze zu gehen und gründen die ,Van den Berghsche Margarinewerke" in Kleve und die „Holländischen Margarinewerke Jurgens & Prinzen GmbH" in Goch.
                                                                                                        Firmengründer:
Simon Van den Bergh
Das Klever Land ist ein idealer Standort für die neuen Fabriken. Die Landwirtschaft in dieser Region kann den Rohstoff Milch im Übermaß anbieten. Darüber hinaus gibt es genügend Arbeitskräfte am Niederrhein und schon vorhandene Verkehrsverbindungen in das größte Absatzgebiet für Margarine: Den nahegelegenen Industriezentren von Rhein und Ruhr.

Die Entscheidung für Kleve hat sich als klug und richtig erwiesen. Seit 100 Jahren wird hier Margarine hergestellt (1888 - 1988), und auch für die nächste Zukunft ist das Werk technisch und wirtschaftlich bestens gerüstet.

Kleves Stadtväter diskutieren in der zweiten Hälfte der 80er Jahre des 19ten Jahrhunderts heftig über eine geplante Firmengründung durch Simon Van den Bergh aus Oss - und entscheiden gegen die neue Fabrik, eine Margarinefabrik, in ihren Mauern. Der gute Ruf des alten Clever Kurbads - so fürchtet man - stehe auf dem Spiel. Gäste könnten durch das Margarinewerk abgeschreckt werden.

Den Holländern bleibt die angrenzende Gemeinde Kellen. Kleves Stadtväter erkennen schon einige Jahre später, welchen kommunalpolitischen Fehler sie gemacht haben. Achtzig Jahre brauchen sie, bis die Eingemeindung von Kellen gelingt. Die der Stadt Kleve entgangenen Gewerbesteuereinnahmen sind beträchtlich.

Die Entwicklung des jungen Betriebes vollzieht sich rasant. In den ersten beiden Jahren steigt die Zahl der Arbeiter von vierzehn auf vierzig. Wöchentlich werden sechzig bis siebzig Tonnen Margarine produziert. In den folgenden fünf Jahren erreicht die Wochenproduktion zweihundert Tonnen. 1895 beträgt die Tagesproduktion bereits 250 Tonnen, hergestellt aus 50.000 Litern Milch und etwa fünfundzwanzigtausend Eiern.

Die Fabrik beschäftigt annähernd dreihundert Angestellte in der Verwaltung; dazu kommen eintausend Arbeiter. Außerdem gibt es in allen größeren Städten Deutschlands inzwischen Vertretungen der Klever Margarine-Fabrik. Dieser Erfolg hat seine Ursachen in den für damalige Verhältnisse hochentwickelten Produktionsstätten, die ständig erweitert und modernisiert werden. Dahinter steht ein Mann mit dem Denken eines modernen Managers: Johann Manger
                                                                                                           Der Macher:
                                                                                                       Johann Manger
1890 tritt er in den Dienst der Van den Berghs und verhilft dem Klever Werk zu seiner ersten Blüte. Er wird schließlich Generaldirektor; übrigens der einzige Generaldirektor in der einhundertjährigen Geschichte des Unternehmens.

Manger verfolgt zwei Strategien: Einmal setzt er auf Expansion des jungen Unternehmens, indem er die 1896 in eine GmbH umgewandelte Firma durch den Kauf von Konkurrenzunternehmen vergrößert. Ferner gründet er Eigenbetriebe, wie die „Kistenfabrik" oder im Jahre 1900 die „Sana-Gesellschaft mbH", eine eigenständige Margarine-Fabrik für koschere Produkte. Beide Fabriken stehen auf dem Van den Berhgschen Firmengelände. Ebenso die Raffinerie „Clivia Ölwerke GmbH", die der Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung dient.

Die zweite geschäftliche Strategie der „Ära Manger" ist die Einführung von Markenartikeln. Manger startet 1897 mit "Vitello". Konkurrent Jurgens  in Goch kontert im Jahre 1898 mit seiner „Solo''-Margarine. Eine lange andauernde „Markenschlacht" beginnt. 1900 führt Van den Bergh „Sana" ein, in der anstatt Milch Mandelmilch verwendet wird. Ihr folgt 1904 die besonders streichfähige „Sanella". Dazu kommt die Spezialmarke "Tomor" und im Jahre 1907 - als weitere Spitzenmarke - „Cleverstolz". Daneben werden die Pflanzen-Margarine-Sorten „Palmkrone", „Palmstolz" und „Sternmarke" auf den Markt gebracht.


Es ist die Zeit, in der die Geschäftsleitung des Klever Margarinewerkes auch die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter weiter ausbaut. Mit ein Grund dafür, dass das Werk in seiner einhundertjährigen Geschichte Streiks nicht kennengelernt hat.

Die Fabrik hat eine Betriebs-Krankenkasse, eine Badeanstalt, eine eigene Sparkasse, die eigene Sanitätskolonne und gibt kostenlos Kaffee mit pasteurisierter Sahne an die Mitarbeiter aus. Auch außerhalb der Dienstzeit bietet die Firma ihren Mitarbeitern Attraktives.

So spielen die Mitarbeiter abends und an Wochenenden in der 1903 gegründeten Werkskapelle oder machen bei der Betriebsfeuerwehr mit. Das Werk erfreut sich im Klever Raum großer Beliebtheit. Es macht Spaß, dort zu arbeiten. Der Arbeitsplatz „op de Botter" ist sicher.

Im Jahre 1910 ging die Leitung des Klever Werkes wieder in die Hände der Familie Van den Bergh über. Generaldirektor Johann Manger wurde zunächst durch Donald Van den Bergh und später durch seinen Cousin Leo Van den Bergh abgelöst.

Die von Manger geprägte Unternehmenspolitik wurde von beiden nahezu unverändert fortgesetzt: Expansion lautete die Devise. Die Van den Berghs kauften eine Margarine-Fabrik nach der anderen auf, gründeten Zweigniederlassungen in Bremen, Breslau und Köln.

Ein entscheidender Schritt in der Margarineherstellung war die Erfindung der Fetthärtung. 1911 kaufte Jürgens eine Fabrik in Emmerich, um in ihr mit der von Wilhelm Normann entwickelten Technik Öle und Fette zu härten. Die Palette der Rohstoffe für die Margarine-Produktion konnte nun erheblich erweitert werden.

Auch das von Manger entwickelte Konzept der Produktion von Markenartikeln - unterstützt von groß angelegten Werbekampagnen - wurde weiter vorangetrieben. Spezialwaggons der Reichsbahn, Lastwagen und Häuserwände wurden mit Reklamesprüchen bemalt. Mit dem Aufkommen der Illustrierten stand ein weiteres Medium für die Werbung zur Verfügung. Dazu kamen attraktive Verpackungen und die Kinder-Zeitungen, „Die RAMA-Post vom kleinen Coco" und „Vom lustigen Fips".

Bis zum Ersten Weltkrieg stieg die Margarineproduktion unverändert an und erreichte ihren vorläufigen Höchststand im Jahre 1913 mit einer Produktion von 40.000 Tonnen. Die Kriegsjahre brachten dann einen spürbaren Rückgang.

Schon 1915 wurde klar, dass der Krieg länger als angenommen dauern würde. Die Rohwarenversorgung wurde durch die Blockade der Gegner schwieriger, die Preise schnellten in die Höhe. Ein Kriegsausschuss beschaffte und verteilte die Rohware nach Quoten auf Basis der Gesamtproduktion von 1913. Die produzierte Margarine wurde beschlagnahmt und an den Handel mit vorgegebenen Verbraucherpreisen verteilt.

Die Margarine-Industrie wurde dadurch zur Lohn-Industrie, mit festgeschriebenen Preisen für die Roh- und Fertigware. Der ausschlaggebende Faktor, dass von einhundertfünfundvierzig Fabriken bei Kriegsende gerade noch sechsundzwanzig existierten.

Im Klever Werk fehlte es in dieser Zeit an qualifizierten Arbeitskräften, viele Männer waren zum Kriegsdienst eingezogen. So wurde die Produktion vor allem durch Jugendliche aufrechterhalten. Zum Kriegsende füllten dann viele Holländer aus den grenznahen Orten die entstandenen Lücken.

Die Zwangswirtschaft wurde erst zwei Jahre nach Ende des Krieges, im Jahre 1920, gelockert. Ein wahrer Margarine-Boom setzte ein. Schon 1922 wurden 480.000 Tonnen produziert. Im folgenden Jahr allerdings wurde es für die Margarine-Industrie schwieriger, mit der täglich „weicher" werdenden Mark Ölsaaten einzukaufen.
Die Währungsreform machte 1924 diesem lnflationsspuk ein Ende. 1924 wurde zu dem Margarine-Jahr: Am 15. August brachten Van den Berghs BLAUBAND und Jurgens RAHMA gleichzeitig heraus.
Das Werk um 1925

Vor allem die Rahma hatte einen durchschlagenden Erfolg - und das trotz ihres stolzen Preises von 1 RM pro Pfund. Aber: Im Gegensatz zur Butter war sie ja immer noch preiswert. Das „h" in der Rahma, das den Verbraucher an den Rahm der Milch erinnern sollte, musste 1927 per Gesetz gestrichen werden. Auch der Begriff „buttergleich" musste durch das Wort „butterfein" ersetzt werden.

Trotzdem: Die Margarine als Grundnahrungsmittel hatte sich durchgesetzt und war vom Tisch der Verbraucher nicht mehr wegzudenken. Die Bewährungsprobe war bestanden.

Bis zur Machtergreifung Hitlers erlebte das Klever Werk seine zweite große Aufschwungphase und das trotz harter Konkurrenz. Die „Rama butterfein" von Jurgens stand im direkten Wettbewerb zu „Schwan im Blauband" der Van den Bergh's. Als aus dem Wettbewerb ein ruinöser Konkurrenzkampf zu werden drohte, schlossen sich die beiden Firmen 1929 zur „Margarine-Union" zusammen.

Noch im selben Jahr kam die viel weiterreichende Fusion mit dem englischen Seifenhersteller Lever zustande. Beide Seiten profitierten von diesem Zusammenschluss, kauften sie doch die meisten Rohwaren für ihre Produkte am gleichen Handelsplatz: Chicago.
Sanella-Magarine-1931 Verladung auf dem Bhf. Cleve
Mit der Gründung von „Unilever" war der dritte und entscheidende Schritt getan: Vom Kleinbetrieb über das Großunternehmen zum Konzern. Es folgten die Krisenjahre der Weimarer Republik, in denen der neue Konzern als „ausländisch beherrschter Margarine-Trust" angefeindet wurde. Sofort nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 wurden die Führungspositionen im Klever Werk neu besetzt. Die Holländer wurden ausgewechselt, das Unternehmen gleichgeschaltet. Die Einführung einer Fettsteuer in Höhe von 25 Pfennigen pro Pfund, die erneute Bewirtschaftung der Rohstoffe sowie die Auflage, die Produktion zu halbieren, führten zu einem drastischen Rückgang der Margarine-Herstellung in Kleve. Viele Arbeiter mussten entlassen werden. Die junge Margarine-Union reagierte auf diese Einschränkungen und stieg in die Schmelzkäse-Produktion ein: Marken wie „Elite", „Bergfreund" und „Hochwild" entstanden.

Die neuen Machthaber ließen es nicht zu, dass der Betrieb den Namen einer ausländischen Familie trug. Aus „Van den Berghs Margarine-Gesellschaft Kleve" wurden die „Margarine-Werke Kleve". Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Rationierungsmaßnahmen noch drastischer. Die Herstellung von Marken-Margarine wurde sogar ganz verboten. Stattdessen gab es nur noch Einheitsware.

Viele Margarine-Werke gaben auf. Von den 148 Betrieben aus der Vorkriegszeit blieben noch ganze 33. Gegen Kriegsende brach die Fettversorgung dann ganz zusammen.

Mit dem Herannahen der Front wurde auch die Lage des Klever Margarinewerks zusehends bedrohlicher. Am 7. Oktober 1944 wurde die Stadt Kleve durch einen alliierten Bombenangriff fast vollständig zerstört. Auch die Produktionsanlagen, die direkt neben dem bombardierten Bahnhof lagen, waren schwer beschädigt.

Eine kaum vorstellbare Leistung war erforderlich, um das Klever Werk nach den furchtbaren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wiederaufzubauen. Es fehlte an allem. Aber es zeigte sich der Wille und das Zusammengehörigkeitsgefühl aller „op de Botter". Wer zu Hause einen Hammer oder Schraubenschlüssel hatte, brachte ihn mit. Man arbeitete, schuftete und wurde dann sehr bald mit Materiallieferungen aus England und Holland unterstützt. Jetzt machte es sich für Kleve bezahlt, dass die Muttergesellschaft ihren Sitz im Ausland hatte. 1948 war es dann soweit. Das Unternehmen nannte sich wieder „Van den Bergh's Margarine-Werke Kleve" und konnte die Produktion wieder aufnehmen. Die Arbeit ging weiter. Man war wieder „op de Botter".

Am 1. Januar 1949 gab es wieder SANELLA zum festgesetzten Preis von 61 Pfennig pro Halbpfundwürfel. Der Einstieg in die goldenen 50er war aber alles andere als rosig. Es gab zwei Millionen Arbeitslose, die Städte lagen in Trümmern. Aber in den Menschen lebte der Wille und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Die Phase des Wiederaufbaus konnte abgeschlossen werden, als 1950 die Rationierung für die Handelsfette und Butter aufgehoben wurde.

Von besonderer Bedeutung für das Klever Werk und den gesamten Unilever-Konzern war der 18. Oktober 1954, als es hieß: „RAMA ist wieder da" Aus dem Spitzenprodukt der Vorkriegszeit wurde eine neue Delikatessmargarine, die den Vergleich mit der Butter nicht mehr nötig hatte. Zusätze wie „butterfein" oder „buttergleich" tauchten nicht mehr auf.

Der Erfolg von RAMA und der übrigen Produkte führte auch zu einem deutlichen Anstieg der Beschäftigten: Von 233 Arbeitern und Angestellten im Jahre 1945 auf 1.253 im Jahre 1950.

In der Produktionstechnik gab es einen ungeheuren Nachholbedarf. Mit der Erfindung der Abfüllmaschine 1953 wurde eine Welle von Neuentwicklungen eingeleitet. Ihr Höhepunkt ist die Umstellung der gesamten Fabrik auf die Merksator-Technik. Diese technische Revolution ermöglichte einen von allen äußeren Einflüssen abgeschlossenen Produktionsprozess. - Auch in der Verpackung ging man neue Wege. Dank einer Sondergenehmigung vom Margarinegesetz, das die Verpackung in Würfeln oder Kübeln vorschrieb, durfte sie künftig in hübschen, zeitgemäßen Bechern verkauft werden.

Neue Produktvarianten, wie zum Beispiel die Sonnenblumen-Margarine „SB", brachten neue Absatzerfolge.

Auch die bis dahin schon vorbildlichen sozialen Maßnahmen des Klever Werkes wurden ständig verbessert: 1955 wurde die Zusatz-Altersversorgung durch die Unilever-Betriebspensionskasse „Berolina" verbindlich eingeführt.

Seinen 80. Geburtstag feierte das Klever Werk mit einem großen Fest. Das neue Verwaltungsgebäude wurde eingeweiht. Und noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten für ein computergesteuertes Lager. Der Einstieg in die Zukunft war getan.

Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre wurde die Produktpalette der UNION erheblich erweitert. Namen wie „Du darfst" und „becel" hatten schon nach kürzester Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad - die Produkte erfreuten sich größter Beliebtheit.

Die deutsche Bevölkerung entdeckte ihren Körper wieder. "Du darfst" und "becel" waren die maßgeschneiderten Produkte für dieses neue Denken und wurden dementsprechend anerkannt.

Die äußeren Rahmenbedingungen wurden in der ersten Hälfte der siebziger Jahre spürbar durch den Ölschock geprägt: In allen Märkten explodierten die Preise. Inflationsraten um zehn Prozent waren an der Tagesordnung. Dazu kam im Lebensmittelsektor die Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels mit all ihren Auswirkungen.

Die UNION antwortete auf diese Herausforderungen mit maßgeschneiderten Produktkonzepten, neuen Technologien und der Zeit vorausschauenden Marketingstrategien.

Die Maßnahmen haben gegriffen. Eine Vielzahl neuer Produkte wurde in Kleve hergestellt: "Lätta", die halbfette Butter von Du darfst "Die Leichte" und "becel leicht", um nur einige zu nennen.

Die auf dem neuesten Stand der Technologie stehende Raffinerie in Kleve und die im Jubiläumsjahr fertiggestellte Feinkostfabrik sind sichtbare Beweise für das fortschrittliche Bewusstsein einer 100jährigen Fabrik. „de Botter" ist nach wie vor eine Institution im Klever Land und auch im hundertsten Jahr ihres Bestehens nicht aus dem Niederrheinischen wegzudenken.
                                                                                        Das Werk im Jubiläumsjahr 1988